FAQ

Hoffentlich können diese FAQs Ihre Fragen beantworten. Wenn nicht, sehen Sie sich bitte unser Glossar mit Begriffen zu Antiviren-Programmen an.

1. Verlangsamt ein Antiviren-Programm mein System?

Software benötigt eine bestimmte Rechenleistung, um ihre Funktionen auszuführen, so dass alle Antiviren-Programme etwas RAM und CPU verbrauchen. Die Sorge, dass Antiviren-Programme Ihr System deutlich verlangsamen stammen vor allem von der Idee, dass moderne Computer ebenso begrenzt sind wie ältere, deutlich weniger leistungsstarke Modelle. Bei unseren Tests vergleichen wir oft RAM und CPU Betriebskosten und haben festgestellt, dass der Verbrauch selbst bei den gründlichsten Scans sehr gering ist. Tatsächlich haben wir noch kein Programm getestet, das einen spürbaren Einfluss auf die Leistung hatte.

2. Welches sind die wichtigsten Bedrohungen, vor denen ich mich schützen muss?

Leider kommen die Cybersicherheits-Bedrohungen heutzutage aus der digitalen und physischen Welt. Tatsächlich scheint jedes Jahr ein neuer Angriffsvektor ausfindig gemacht zu werden. Diese Bedrohungen lassen sich immer noch übergeordnete Kategorien einteilen, wir empfehlen Ihnen jedoch eine Antivirus-Lösung, die Schutz vor so vielen wie möglich bietet.

Die wichtigsten Bedrohungen, denen die Nutzer momentan gegenüberstehen, sind:

  • Makroviren: Dabei handelt es sich um für gewöhnlich dateibasierte Viren, die Dateiordner infizieren. Praktisch alle Antiviren-Programme bieten Schutz vor ihnen. Wenn Sie immer noch mit einem Desktop E-Mail-Programm arbeiten, sollten Sie wissen, dass die virusbeladenen Anhänge einen wichtigen Angriffsvektor darstellen. Wählen Sie einen Anbieter aus, der die Anhänge scannt, wie zum Beispiel Norton.
  • Bootsektor-Viren: Diese komplexen Viren infizieren die Firmware, die die Bootsequenz eines Computers steuert - in der Regel entweder MBR/BIOS oder die modernere UEFI/EFI Infrastruktur. Achten Sie auf Wörter wie “Boot-Scan” oder “MBR Scan” in unseren Bewertungen, um sicherzugehen, dass das Produkt über diese wichtige Komponente verfügt.
  • Malware: Dabei handelt es sich um eine breite Kategorie an schädlicher Software, die das Hostsystem infizieren und beschädigen soll. Zu Malware gehören Viren, Trojaner, Würmer, Adware und Spyware.
  • Ransomware: Ransomware ist Art fortschrittlicher Malware, die an Bedeutung zunimmt und die Nutzer damit erpresst, dass sie eine bestimmte Summe Geld bezahlen müssen, um wieder Kontrolle über ihr Betriebssystem/privaten Dateien zu erhalten. Die Bezahlung an den Cyberkriminellen erfolgt in der Regel durch eine Kryptowährung wie Bitcoin, die nicht nachverfolgt werden kann.
  • Rootkit: Bei Rootkits handelt es sich um eine Malware-Art, die bevorzugten Zugang zu dem Hostcomputer bieten. Für gewöhnlich können sie sich vor herkömmlichen Auflistungsprogrammen verbergen, so dass ein spezielles Programm erforderlich ist, um sie zu identifizieren und unter Quarantäne zu stellen.

Außerdem gibt es auch extern gesteuerte Keylogger, Social Engineering Attacken, wie Man-in-the-Middle-Angriffe und einfache Phishing-Scams—doch die oben genannten sind die größten Bedrohungen, mit denen die Computernutzer heutzutage konfrontiert werden.

3. Reicht ein Antiviren-Programm aus? Welche anderen Schutzoptionen könnte ich noch brauchen?

Wir würden diese Frage mit einem schallenden "nein" beantworten. Angesichts der unvollständigen Liste an Cybersicherheits-Bedrohungen, die wir oben aufgelistet haben, ist es klar, dass moderne Nutzer ausgearbeitete Cybersicherheits-Programme benötigen, die Schutz auf mehreren Ebenen bieten.

Wir empfehlen besonders:

  • Ein Programm mit einer starken Antivirus-Komponente. Wählen Sie ein Programm aus, das von einem unabhängigen Virus-Testlabor geprüft worden ist. Auch wenn wir viele weniger bekannte Anbieter getestet haben, die hervorragenden Schutz bieten, kann man mit bekannten Namen, wie Norton und AVG — die beide häufig Topbewertungen in diesen Tests erzielen, nicht viel falsch machen.
  • Ein Produkt, das Internetsicherheitsfunktionen beinhaltet. Dazu gehören für gewöhnlich Tools wie sichere Browser, die den Zugang zu bekannten Phishing URLs verhindern, VPNs, die Traffic verschlüsseln, wenn von ungeschützten Verbindungen aus gesurft wird und Dateishredder, die dafür sorgen, dass gelöschte Verzeichnisse wirklich aus dem Dateisystem entfernt werden.
  • Ein Firewall Management Tool. Windows verfügt über ein integriertes Tool dafür, aber etwas zusätzlicher Schutz—wie zum Beispiel eine wechselseitige Firewall—ist empfehlenswert.

Tatsächlich gilt: Je mehr Schutzebenen Ihre Lösung bietet, desto besser. Wir empfehlen auch eine Lösung mit einem Keylogger Blocker, Passwort Manager, Webcam-/Mikrophon-Schutz und Kindersicherungsfilter.

4. Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen den Anbietern? Sind Antiviren-Programme im Grunde genommen nicht alle gleich?

Nein. Es gibt bedeutende Unterschiede zwischen den Namen auf dem Markt (deswegen bewertet unser Team sie so gerne!).

Zum Beispiel:

  • Unterstützte Plattformen: Viele Antiviren-Programme schützen mehrere Geräte pro Lizenz. Wenn das der Fall ist, sollten Sie sichergehen, dass die Plattformen, die Sie nutzen, alle unterstützt werden. Sie haben ein Antiviren-Programm mit einer tollen Android App gefunden, aber bieten Sie auch ein Programm an, das mit dem iPad Ihres Sohnes kompatibel ist?
  • Funktionen: Viele Produkte bieten einen hervorragenden Viren-Scanner, aber auch nicht viel mehr, während andere facettenreiche Funktionen mit einer Vielzahl an Internetsicherheits-Tools bieten.
  • Markt und Art der Verwendung: Einige Produkte sind speziell auf den Unternehmensmarkt ausgerichtet und werden von einem IT-Team zentral gesteuert. Andere sind eher familienorientiert und bieten wettbewerbsfähige Preise für Haushalte mit mehreren Geräten. Manche sind sogar auf den Schutz von Geräten des Internet der Dinge (IoT) ausgelegt.

5. Kann ich mehrere Antiviren-Programme nutzen?

Auch wenn über ein bereits vorhandenes ein zweites Antiviren-Programm installiert werden kann, ohne dass es zu einem Systemfehler kommt, wird das in den meisten Fällen nicht der Fall sein; ein Programm wird Sie in der Regel dazu auffordern, das andere zu löschen. Die Ausführung von zwei Antiviren-Programmen gleichzeitig kann zu einem Überlappen der Systemressourcen führen und es besteht die Gefahr, dass eines der Programme fälschlicherweise den Scan-Prozess, die Quarantäne-Bereiche und andere Komponenten des anderen Programmes als Bedrohungen anzeigen wird.

Die Ausnahme dieser Regel ist, wenn zwei Cybersecurity-Produkte laufen, von denen jedes nach anderen Bedrohungsarten scannt (eines scannt zum Beispiel nach Viren, das andere hält nach Rootkits Ausschau).

Das ist ein weiterer Grund, warum wir Ihnen empfehlen, ein Produkt zu wählen, das Ihnen Schutz vor so vielen Komponenten wie möglich bietet.

6. Ich habe gerade Ubuntu, eine Art von Linux installiert. Gibt es Antivirus-Optionen für dieses Betriebssystem?

Willkommen in der aufregenden Welt von Linux! Die alten Zeiten, in denen man an einem Terminal herumfummeln musste, um einen ClamAV Scan zu konfigurieren, liegen glücklicherweise hinter uns. Heutzutage steht Linux-Nutzern eine tolle Auswahl an Antiviren-Programmen zur Verfügung (auch, wenn wir anmerken wollen, dass die Auswahl deutlich begrenzter ist als bei Windows und MacOS) und Ubuntu ist das Linux Betriebssystem, das am meisten auf dem Markt unterstützt wird.

Sie sollten sich unbedingt unseren Leitfaden mit 7 vollkommen kostenlosen Antivirus-Programmen für Linux ansehen —darin kommen auch einige wichtige Namen vor, wie zum Beispiel Comodo und Sophos. Wenn Ihnen die do Befehlszeile gefällt, ist ClamAV ein gutes Tool für den Anfang und viele kostenpflichtige Tools für Unternehmen und Verbraucher unterstützen auch Linux Varianten.

7. Stellen Viren noch immer eine beträchtliche Bedrohung dar?

Ja. Auch wenn man sagen kann, dass Viren mittlerweile keine so große Bedrohung mehr sind wie früher, liegt das an der Sicherheit der Betriebssysteme und den großen Fortschritten der Antiviren-Programme bei der Erkennung von Bedrohungen.

Besonders Tools, die auf maschinellen Lernverfahren basieren, darunter verhaltensbasierte und heuristische Erkennungs-Algorithmen, haben es diesen Programmen ermöglicht, vor Bedrohungen zu schützen und sie zu erkennen, obwohl sie noch nicht formal identifiziert worden sind (sogenannte "Zero-Day"-Angriffe). Außerdem haben in den letzten Jahren sowohl die Raffinesse, als auch die Anzahl der Attackenvektoren, mit denen die Nutzer konfrontiert werden, zugenommen. Mittlerweile gibt es auch Firmware-Viren, die sogar fortschrittliche Systeme angreifen. Dazu gehören auch Computer, die nicht von Menschen gesteuert werden (wie loT-Geräte), die als Eintrittsstellen zu lokalen Netzwerken missbraucht werden können.

Aus diesem Grund empfehlen wir für jeden Computer - mobil oder Desktop - ein gewisses Maß an Schutz.

8. Wer macht Viren?

Computerviren können von allen möglichen Akteuren erzeugt werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um private Hacker oder auch Regierungen handeln (das beste Beispiel ist der Stuxnet Wurm, der es auf eine iranische Kernanlage abgesehen hatte). Die Beweggründe können von finanziellem Gewinn bis hin zu politischem Aktivismus und allem dazwischen reichen.

9. Komme ich um ein Antiviren-Programm herum?

Egal, was Sie gehört haben, alle großen Betriebssysteme - darunter auch Linux und Android (eine mobil-optimierte Linux Fork) - sind anfällig für Viren. Und auch wenn Windows ein Tool beinhaltet, das grundlegende Scan- und Firewall-Funktionen erfüllt, sollten die Nutzer eine dedizierte Lösung installieren.

Bei den meisten Antiviren-Programmen handelt es sich um facettenreiche Programme, die Schutz vor einer großen Vielfalt an Bedrohungen für die Cybersicherheit bieten - und über clevere, integrierte Automatismen verfügen (wie die Aktivierung eines VPNs, wenn eine Online Banking Webseite aufgerufen wird), die ihre Nutzer schützen sollen. Einige Browser bieten einen integrierten Phishing-Schutz, aber in den meisten Fällen lassen diese sich nicht mit der Software vergleichen, die von Profis angeboten wird.

Nutzen Sie ein Antiviren-Programm - es ist eine kleine Investition in Ihre Privatsphäre und die Gesundheit Ihres Computers.

10. Ich muss eine Antiviren-Software für mein ganzes Büro mit über 100 Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Muss ich die Lizenzen einzeln erwerben?

Antiviren-Programme für Unternehmen sind speziell darauf ausgerichtet, groß angelegte Aufgaben auszuführen und verfügen in der Regel über Administrator-freundliche Funktionen, wie zum Beispiel Skript-basierte Update Manager und Bulk Provisioning Tools. Viele hervorragende Software-Tools bedienen genau dieses Bedürfnis.

Für weitere Informationen, können Sie uns gerne kontaktieren.